Der aktuelle Rechtsfall
Korrektur des Arbeitszeugnisses

Die ausscheidende Mitarbeiterin hatte das ihr erteilte Zeugnis wegen eines Rechtschreibfehlers und einer falschen Angabe ihres Geburtsortes dem Arbeitgeber mit der Bitte um Korrektur zurückgereicht. Das zunächst als stets einwandfrei

bezeichnete Verhalten der Mitarbeiterin beurteilte der Arbeitgeber in dem berichtigten Zeugnis nunmehr nur als einwandfrei. Das nahm die Frau nicht hin und es kam zum Recht-streit, nachdem der Arbeitgeber zu einer erneuten Be-richtigung nicht bereit war. Ihre Klage hatte vor dem Arbeitsgericht und dem Landesarbeitsgericht Erfolg. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat beide Urteile jetzt bestätigt: Jeder Arbeitnehmer könne bei der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber ein qualifiziertes Zeugnis verlangen. Entspreche das erteilte Zeugnis nach Form und Inhalt nicht den tat-sächlichen und rechtlichen Anforderungen, habe der

Arbeitnehmer einen Anspruch auf Berichtigung des Zeugnisses. Der Arbeitgeber sei in diesem Fall verpflichtet, dem Arbeitnehmer ein neues Zeugnis auszustellen, so das BAG. Bei der Erstellung dieses Zeugnisses sei der Arbeitgeber an den bisherigen, vom Arbeitnehmer nicht beanstandeten Zeugnistext gebunden, eine Abänderung scheide aus. Nur eine Ausnahme ließ das Gericht für den Fall zu, dass dem Arbeitgeber nachträglich Umstände bekannt werden, die die Leistung oder das Verhalten des Arbeitnehmers in einem anderen Licht erscheinen lassen (BAG, Urteil vom 21.6.2005 - 9 AZR 352/04).

Mitgeteilt von Rechtsanwalt Dr. Volker Mayer, Fulda, ADJULEX Fachanwälte für Arbeitsrecht

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