Der aktuelle Rechtsfall
Erleichterte Mieterhöhung für Einfamilienhäuser

Enthält der Mietspiegel keine Angaben für Einfamilienhäuser, kann der Vermieter seine Mieterhöhung auf Mietpreisspannen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern stützen (BGH VIII ZR 58/08 vom 17.9.2008).

Wird ein Einfamilienhaus vermietet und vertraglich keine Mietanpassung vereinbart, bleiben dem Vermieter nur die gesetzlichen Möglichkeiten zur Mieterhöhung. Vergleichsmieten sind nur schwer zu erlangen. Die Erstellung eines Sachverständigengutachtens ist meist nicht wirtschaftlich. Mietspiegel enthalten keine verwertbaren Angaben für Einfamilienhäuser. Vorliegend hatte der Vermieter gleichwohl den Mietspiegel als Grundlage einer Mieterhöhung herangezogen.

 

Er hatte das Haus mit einer Wohnung gleichen Baujahrs und gleicher Wohnfläche verglichen und die  Meinung vertreten, dass die Mieter für ein Einfamilienhaus mindestens so hoch liege, wie die für eine Wohnung im Mehrfamilienhaus.
Das Berufungsgericht hatte die Klage des Vermieters in vollem Umfang abgewiesen, da ein Einfamilienhaus generell nicht mit einer Wohnung im Mehrfamilienhaus vergleichbar sei. Der Bundesgerichtshof ist dieser in der Rechtsprechung bisher weit verbreiteten Ansicht nun deutlich entgegengetreten. Auch für Einfamilienhäuser kann nun ohne weiteres auf einen Mietspiegel zurückgegriffen werden, der keine gesonderten Angaben für derartige Objekte enthält. Der Vermieter muss sich aber in der Spanne für die entsprechende Wohnung nach Größe, Lage und Ausstattung halten.

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